136 Blut-Neuspender bei Firma Sykes gewonnen

Die Pasewalker Firma wurde gestern als erste im Altkreis Uecker-Randow für ihr soziales Engagement mit den „Helfenden Händen“ des DRK-Blutspendedienstes ausgezeichnet.

SYKES
Vorpommern.„Wie viel habt Ihr Freitag durchgeschleust? Nicht sehr viele?“ Sykes-Geschäftsführer Claas Eilers wollte es gestern genau wissen.

Denn auch er gehört zu denjenigen, die sich auf die Liege legen und ihren roten Lebenssaft Mitmenschen zur Verfügung stellen. Blutspenden ist in dem Pasewalker Call-Center in der Torgelower Straße ein großes Thema. Freitag waren 37 Spendenwillige da, weniger als sonst. Krankheit und Urlaub wirken sich aus.

Für das jahrelange Engagement der Firma im Blutspenden wollte der Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gestern Dankeschön sagen. Als erste Firma im Altkreis Uecker-Randow erhielt Sykes die Auszeichnung „Helfende Hände“.

Das Schild soll künftig den Eingang zur Firma schmücken. Iris Kraus, die Werbeleiterin des DRK-Blutspendedienstes Neubrandenburg, hätte am liebsten allen Blutspendern, die in der Firma arbeiten, die Hand geschüttelt. Doch das ging nicht. Dann wäre die Arbeit im Call-Center zusammengebrochen. So nahmen die Auszeichnung stellvertretend Claas Eilers und Simone Sykora entgegen. Ihr ist es eigentlich zu verdanken, dass Sykes zu einem wichtigen Partner beim Blutspenden wurde.

Simone Sykora spendet seit Jahren Blut. 2003 fing sie bei Sykes an. Da sagte sie einmal zu Iris Kraus, dass es bei einer Tätigkeit im Schichtdienst schwierig sei die Termine wahrzunehmen. So entstand die Idee, den Blutspendedienst in die Firma zu holen. „Für eine halbe bis eine Stunde sind die Leute dann immer weg und fehlen am Telefon. Aber wir kriegen das schon hin“, versicherte Claas Eilers. Die Bilanz der Sykes-Blutspender kann sich sehen lassen: Bei 28 Terminen gab es insgesamt 1442 Spendenwillige. 1296 Mal konnte dann tatsächlich gespendet werden. „Insgesamt konnten wir allein hier 136 Neuspender gewinnen“, freute sich Iris Kraus. Zwischendurch hätten Mitarbeiter auch an einer Typisierung für Knochenmarkspenden teilgenommen, erzählte der Geschäftsführer.

Die Situation im Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommerns gestaltet sich zunehmend schwieriger, zeigte Dr. Wolfgang M. Stangenberg, Geschäftsführer des Neubrandenburger Blutspendedienstes, auf. Denn auch dort ist der demografische Wandel angekommen.

Von Januar bis November gab es im Vorjahr 4300 Blutspenden. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres stehen nur noch 4000 zu Buche. „Ich glaube, dass die Situation nicht viel besser wird. Wenn man durch das Land fährt, merkt man, wie viele Leute noch da sind“, erzählt Wolfgang Stangenberg. Es würden immer mehr Spendentermine organisiert, zu denen aber immer weniger Spender kommen. Der Aufwand sei enorm. Deshalb müsse es gelingen, Ämter und Firmen zu gewinnen. „Wenn wir beispielsweise in das Pasewalker Feuerwehrgebäude jährlich zu sechs Terminen laden und dann pro Tag 50 Spender haben, dann ist das für unsere Verhältnisse schon viel“, weiß Iris Kraus. Bei diesen Zahlen würde man beispielsweise in Niedersachsen gar nicht anfangen.

Mit den Sykes-Leuten könne der Blutspendedienst weiterhin rechnen, versicherte Claas Eilers. Vielleicht werden es ja noch mehr Blutspender, denn die Firma expandiert weiterhin. 760 Leute arbeiten dort derzeit. Bis zum Jahresende sollen es 800 werden. „850 können es maximal sein. Mehr geht dann nicht“, erklärte Claas Eilers. Es sei auch schwer, die passenden Leute zu finden. Die Mitarbeiter kommen schon jetzt nicht nur aus dem ehemaligen Uecker-Randow-Kreis und den brandenburgischen Grenzdörfern, sondern auch aus Anklam oder Neubrandenburg. 70 Prozent der Mitarbeiter sind Frauen.

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