Unseriöse, tendenziöse Darstellung der lebensrettenden Blutspende


Im RTL-Format Team Wallraff – Reporter undercover wurde das Deutsche Rote Kreuz an den Pranger gestellt und ins Visier genommen. Mit wenigen Einzelbeispielen wurde versucht, die Arbeit von über einer halben Millionen ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diskreditierten und das fast 100-jährige Wirken einer der größten Hilfs- und Wohlfahrtsgesellschaften in einem knapp zweistündigen TV-Beitrag herabzuwürdigen und zu beschädigen. Auch die Arbeit der Blutspendedienste wurde durch falsche Behauptungen sowie das Vernachlässigen von Fakten in einem schlechten Licht dargestellt. Die DRK-Blutspendedienste sind die Pioniere des Blutspendewesens in Deutschland – es ist ein seit Jahrzehnten bewährtes System, das auf die Zusammenarbeit von ehren- und hauptamtlichen Kräften fußt.

Die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes decken ca. 75% des bundesweiten Bedarfs an lebensrettenden Blutpräparaten ab und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung schwerkranker und verletzter Menschen, die ohne fremdes Blut nicht überleben würden und damit zum Erhalt des Gesundheitssystems.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Nur gemeinsam gelingt es, die Versorgung kranker und schwerverletzter Mitmenschen weiterhin zu sichern.

Im Folgenden möchten wir in Kürze auf die falschen Behauptungen der RTL-Kampagne eingehen, das ausführliche Statement finden Sie unten stehend:

  • Patient Blood Management: Die DRK-Blutspendedienste gehören seit einigen Jahren selbst zu den federführenden Initiatoren des Patient-Blood-Management-Programms, dem sich bis heute hunderte Kliniken in Deutschland angeschlossen haben. Die DRK-Blutspendedienste sind nicht nur Teil dieser medizinischen Entwicklung, sondern haben diese mit auf den Weg gebracht.
  • Blutspenden in Zeiten von Corona: Die DRK-Blutspededienste haben niemals wie im Bericht suggeriert behauptet, dass vermehrt Blutkonserven für die Versorgung von Corona-Patienten benötigt werden. Diese Darstellung ist schlicht falsch und faktisch völlig unsinnig. Covid-19 Patienten erhalten nur in den seltensten Fällen Blutpräparate in der Akuttherapie.
  • Verkauf von Blutpräparaten: Die Blutspendedienste arbeiten versorgungsorientiert für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems und fungieren dabei trotz ihres gemeinnützigen Status, Kraft Gesetz als pharmazeutische Unternehmen. Es ist wichtig zu wissen, dass das Blut nicht vom Spender zum Empfänger „durchgereicht“ wird, sondern dass aufwändige Test- und Verarbeitungsschritte zwischen Spende und Transfusion liegen. Als gemeinnützige GmbH sind die DRK Blutspendedienste verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Der Preis für eine Blutkonserve entspricht den Kosten, die zuvor bei der Werbung der Blutspender, der Organisation der Blutspendetermine, bei den essentiell wichtigen Laboruntersuchungen, der Weiterverarbeitung, im Vertrieb und bei vielen weiteren Arbeitsschritten entstanden sind.
  • Gehälter: Im Rahmen des deutschlandweiten Versorgungsauftrages tragen die Geschäftsführer der Blutspendedienste eine enorme Verantwortung, für die sie entsprechend vergütet werden. Die DRK-Blutspendedienste bitten um Verständnis, dass Vergütungen einzelner Geschäftsführer vertraulich behandelt werden.

Patient Blood Management

Die DRK-Blutspendedienste gehören seit einigen Jahren selbst zu den federführenden Initiatoren des Patient-Blood-Management-Programms, dem sich bis heute hunderte Kliniken in Deutschland angeschlossen haben. Die DRK-Blutspendedienste sind nicht nur Teil dieser medizinischen Entwicklung, sondern haben diese mit auf den Weg gebracht. Ein entscheidender Fakt, welcher im RTL-Beitrag ausgespart wird. Blutsparend zu operieren gehört heute zum Standard moderner Medizin. Der Im Beitrag suggerierte Einfluss der Blutspendedienste auf den Blutbedarf der Kliniken ist unseriös und entspricht nicht im Ansatz den Abläufen im Blutspendewesen.

Vielmehr arbeiten die Blutspendedienste versorgungsorientiert, sie können den Bedarf der Krankenhäuser nicht steuern, da dieser von vielen Faktoren abhängig ist. Das Operationsverhalten der Ärzte, saisonale Auswirkungen oder wie jüngst massive Veränderungen im klinischen Alltag während der Corona-Pandemie spielen hierbei eine Rolle. Ein weiterer Beleg gegen die aufgestellten Behauptungen ist die Tatsache, dass der Blutbedarf in Deutschland in den vergangenen Jahren signifikant gesunken ist, parallel dazu jedoch auch immer weniger gespendet wird. Wäre es so, wie in der Sendung behauptet, müsste der Bedarf an Blutpräparaten mindestens gleichbleibend geblieben sein. Der Bedarf an Blut in Therapie und Notfallversorgung bemisst sich vielmehr an der Zahl der geleisteten Operationen und Therapien.

Viele Erkrankte erhalten ihr Leben lang Präparate, die aus Spenderblut gewonnen werden. Mittelfristig sind insbesondere Menschen mit Tumorerkrankungen, die sich in einer Chemo- oder Strahlentherapie befinden, auf die kontinuierliche Gabe von Blutpräparaten angewiesen, um die Nebenwirkungen dieser Therapien zu überstehen. Rund ein Fünftel aller benötigten Blutpräparate wird für Krebspatienten benötigt. Die aufgestellte Behauptung, es gäbe zu viel Blut, ist nicht zuletzt vor diesem Hintergrund falsch, brandgefährlich und unverantwortlich zugleich.

Ein Grund für die regelmäßigen Blutspendeaufrufe ist unter anderem auch die kurze Haltbarkeit einiger Blutpräparate. Erythrozytenkonzentrate sind lediglich 42 Tage haltbar. Die ebenfalls aus Spenderblut extrahierten Thrombozyten (Blutplättchen) sogar nur vier bis fünf Tage. Dass es einen hohen Gesamtbedarf gibt, ist auch offen bei den Bundesbehörden wie dem Paul-Ehrlich-Institut nachzulesen.

Blutspenden in Zeiten von Corona

Die DRK-Blutspededienste haben niemals wie im Bericht suggeriert behauptet, dass vermehrt Blutkonserven für die Versorgung von Corona-Patienten benötigt werden. Diese Darstellung ist schlicht falsch und faktisch völlig unsinnig. Covid-19 Patienten erhalten nur in den seltensten Fällen Blutpräparate in der Akuttherapie. Während der Pandemie hatten alle Blutspendedienste jedoch (bis heute) massive Schwierigkeiten den Normalbedarf an Blutkonserven zu decken, welcher aus den Kliniken gemeldet wird. Die Probleme, die alle Blutspendeeinrichtungen hatten (DRK-Blutspendedienste / Universitäten / staatlich-kommunale Klinken) waren vielschichtig, hatten aber immer die Grundversorgung der Patienten mit Blutpräparaten im Fokus.

Auf der einen Seite stehen die saisonalen sowie zahlreichen Corona-bedingten Terminausfälle in Firmen, Universitäten oder öffentlichen Einrichtungen. Demgegenüber läuft der medizinische Betrieb mit elektiven Eingriffen nach einer kurzen Einschränkungsphase wieder normal.

Die Aufkommenssituation bei der Blutspende während der Corona-Pandemie gleicht einer Achterbahnfahrt. Die Blutspende erfährt aktuell wieder einen leichten Abwärtstrend. Vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Bedarfes, welcher aus den Krankenhäusern gemeldet wird, ist dies eine Entwicklung, die es aufzuhalten gilt.

Verkauf von Blutpräparaten

Die Blutspendedienste arbeiten versorgungsorientiert für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems und fungieren dabei trotz ihres gemeinnützigen Status Kraft Gesetz als pharmazeutische Unternehmen. Es ist wichtig zu wissen, dass das Blut nicht vom Spender zum Empfänger „durchgereicht“ wird, sondern dass aufwändige Test- und Verarbeitungsschritte zwischen Spende und Transfusion liegen. Als gemeinnützige GmbH sind die DRK Blutspendedienste verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Der Preis für eine Blutkonserve entspricht den Kosten, die zuvor bei der Werbung der Blutspender, der Organisation der Blutspendetermine, bei den essentiell wichtigen Laboruntersuchungen, der Weiterverarbeitung, im Vertrieb und bei vielen weiteren Arbeitsschritten entstanden sind.

Blutpräparate und Dienstleistungen dürfen nur so viel kosten, dass der Aufwand, der für ihre Herstellung erforderlich ist, finanziert werden kann. Die genannten Umsatzzahlen spiegeln demnach den geleisteten Aufwand wider. Dass auch eine gemeinnützige Organisation gut wirtschaften sollte und z.B. Rücklagen bildet, ist nicht verwerflich, sondern ein Gebot. Und weil jedes verantwortungsvoll handelnde Unternehmen auch investieren muss, entsteht im Idealfall ein positives Ergebnis, das für weitere Investitionen dringend benötigt wird. So können neue Fahrzeuge, modernere Geräte für die Labordiagnostik oder auch einfach ein neuer Schreibtisch gekauft werden.

Wenn die DRK-Blutspendedienste also etwas mehr Geld einnehmen, als sie zur Kostendeckung brauchen, schütten wir keine Gewinne aus, sondern investieren in fortlaufende Prozesse (beispielsweise medizinische Testverfahren) und damit in den Erhalt unserer Leistungsfähigkeit bzw. des Gemeinwohls. In jedem Fall steht hierbei immer verantwortliches Handeln, zum Wohle der Menschen, auf Basis der Werte des DRK dahinter. Die DRK-Blutspendedienste sind eigenständige Unternehmen. Der Aufwand, der betrieben wird, um eine vollumfängliche und sichere Versorgung mit Blutpräparaten zu gewährleisten, ist außerordentlich. An 365 Tagen im Jahr machen sich tausende von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern auf den Weg, um direkt bei den Menschen vor Ort zur Blutspende zu bitten. Der personelle und logistische Aufwand dabei ist enorm. Der von der Wallraff-Redaktion ausgelassene Blick auf Europa zeigt: hier in Deutschland liegen die Preise für eine Blutkonserve bei höchster Qualität bis zu 50% unter dem europäischen Niveau.

Gehälter

Im Rahmen des deutschlandweiten Versorgungsauftrages tragen die Geschäftsführer der Blutspendedienste eine enorme Verantwortung und persönliche Haftungsrisiken, für die sie entsprechend vergütet werden. Die DRK-Blutspendedienste bitten um Verständnis, dass Vergütungen einzelner Geschäftsführer vertraulich behandelt werden.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weist diese Summe im Rahmen der geltenden IDW-Standards nicht mehr aus, da der abgebildete Betrag nicht den tatsächlichen Gehältern entspricht. Gezeigt wurde ein Brutto-Betrag, der u.a. Arbeitgeberanteile der Sozialversicherung, die Versteuerung geldwerter Pflichtbeiträge und sonstiger Arbeitgeberleistungen, sowie weitere Aufwandspositionen enthält und dadurch deutlich höher ausfällt als die tatsächlich gezahlten, der Verantwortung und Haftung entsprechend verhältnismäßigen Gehälter. Dies führte und führt zu fehlerhaften Darstellungen in der Öffentlichkeit.

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte unsere Pressestelle: Patric Nohe, p.nohe@blutspendedienst.com oder Tel.: +49 89 5399-4014